Asiatische Kalligraphien und andere Graffiti.

Oder die Suche nach der künstlerischen Ader!

Meine Geburt als Kalligraph verdanke ich der Tatsache, dass es hierzulande nicht mehr möglich ist ein Versicherungspflichtiges Entgeltbeschäftigungsverhältnis ab einem bestimmten Alter zu bekommen. D.h. aber auch, es eröffnet sich für Jeden die Chance neu zu starten.
Da ich mich bereits Jahre zuvor mit der fernöstlichen Lehre des Feng Shui befasste, lag es nahe Chinesisch als Sprache und Schrift zu lernen, um an die Quellen zu gelangen. Der Umfang dieser Schrift und Sprache lässt hoffen, dass der Lehrstoff mir auch in Zukunft nicht ausgehen wird und dabei für ein noch besseres Verständnis für diese Kultur bei mir entsteht. Viele Feng Shui Überlieferungen sind in chinesischer Langschrift verfasst, sodass zusätzlich das Erlernen der alten Schriften erforderlich ist, um diese Überlieferungen lesen zu können. Da ich dabei erst die Spitze eines Blattes des alten chinesischen Maulbeerbaums sehe, muss ich davon ausgehen, mindestens 100 Jahre alt werden zu dürfen

Im April 2006 war es mir nach über 40 jährigem Berufsleben erlaubt, aus dem Käfig des täglichen Broterwerbes heraus zu treten um mich neu zu erfinden. So sagt man heute auf Neudeutsch.
Meine künstlerischen Begleiter (so ein Glück) leben alle in unserer Region. Da ist es für uns Glienicker gut, dass unser Vorort „Berlin“ ist.

Die Kalligraphin Frau Su Chen Chung–Kuai ist die mit Abstand beste Adresse und meine ständige Begleitung in Sachen chinesischer Kalligraphie. Ihr Niveau werde ich nicht erreichen. Sie schreibt seit Kindheit nichts Anderes und hat zu Ihrer Schulzeit einige Preise erworben. Die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft in Schöneberg und das Konfuzius Institut in Dahlem schätzen ebenfalls das Wissen von Frau Su Chen. Die buddhistische Gemeinschaft Berlins erfreut sie ebenfalls mit ihrer Kunst; in meditativem Zustand mit dem Einsatz der vier Schätze des Kalligraphen lehrt sie den Takt des Herzens zu Papier zu bringen. Vermutlich fließt in ihren Adern nicht nur Blut, sondern auch chinesische Tinte.

Zu meinen weiteren Ausflügen in Sache Kalligraphie ergänze ich diese Vita um Frau Li Yuhong, Sie ist nicht mehr wegzudenken. Ihr Unterricht ist für mich mit Verlaub in der Sprach- und Schrift-Erlernung ein Gegenpol und ein Korrektiv aus der Volksrepublik China. Die Weitergabe der Sprache, sowie der Kultur steht bei ihr im Vordergrund. Ergänzend sei an dieser Stelle mein einziger nicht „Muttersprachler“ fungierender Chinesisch Lehrer Dr. E. Gütinger genannt, der mich ebenfalls seit Jahr und Tag begleitet und mir durch sein Alleinstellungsmerkmal beisteht (Er lehrt als Einziger Kurz- sowie Langschrift in Berlin und Brandenburg).

Zur Vertiefung nahm ich an einigen Workshops teil. Z. B. im chinesischen Kulturzentrum  beim Tag der offenen Tür mit Herrn Guo Shufa Laoshi. 
Mein verehrter Chung Wei Jie, der in Zusammenarbeit mit der Sinologin Frau Dr. Helga Werle im Konfuzius Institut und anderen Künstlereinrichtungen in Berlin wirkt, erweckte ganz alte Schriften zur Freude der Teilnehmenden wieder. Er brachte uns Siegel und Orakel Schriften nahe.

Nicht unerwähnt  bleiben darf der Japaner Kazuaki Tanahashi ein in den USA lebender Zen-Kalligraphie Künstler der weltweit unterrichtet und 2014 auch Berlin besuchte. Er ist eine Ausnahmeerscheinung in Sachen japanischer Kalligraphie.

Ja es gibt immer wieder Neuland zu entdecken und bei mir kommt so schnell keine Langeweile auf. Wieder und wieder tauche ich in die asiatische Welt ein.
Chen Ning hat sich 2013 und 2014 im Konfuzius Institut die Ehre gegeben. Er hat außer Pekingoper sein kalligraphisches Können sehen lassen. Er ist extra aus China angereist um für ein paar Tage in Berlin zu weilen. Dazu sage ich fast schwärmerisch, das war Bühnenreif.
Last but not least gibt es noch Ziele. Unbedingt muss hier eine einmalige Veranstaltung in den Räumen der Taiwanesischen Botschaft am Gendarmenmark in der Markgrafenstraße aufgeführt werden. Liu Pang-Chiu Shufa jia da Laoshi ist Lehrer (Rektor) einer Kunstschule in Taiwan und gab hier einen Einblick in sein Können. Da will ich hin!! Das heißt für mich üben, üben, üben …

Jürgen Schätzel
Herbst 2014

 
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