Kalligraphie

Kalligraphie

Chinesische Kalligraphie

Die Kalligraphie galt im alten China als hochdotierte Form der Kunst, gestattete sie doch gleichzeitig in ihrer Mehrfachfunktion eine Möglichkeit der Aufzeichnungen, Verständigung und der „Kunst“.  

Die altchinesischen Schriften überliefern eine der ältesten Schriftenkultur der Menschheit. Die heute als chinesische Langschrift bezeichneten Kalligraphien hat das Reich der Mitte erst regierbar gemacht und gehörte zum täglichen Bestandteil des Miteinanders. Diese Kulturleistung machte es möglich, ein so großes Territorium durch schriftlich niedergelegte Verwaltungserlasse, Regeln des öffentlichen Lebens und Verträge zu beherrschen.
Parallel dazu entwickelte sich besonders in Friedenszeiten die Kalligraphie zur Kunstform mit dichterisch philosophierendem Hintergrund. Den chinesischen Kalligraphen ist es somit  gelungen Schrift, Kunst und Philosophie miteinander zu verbinden und über Generationen hinweg zu erhalten. Unser heutiges Wissen über Laotze und Konfuzius, stellvertretend für Viele, sind unmittelbar mit den Kalligraphen des asiatischen Kontinents verbunden.

Den Versuchen einer Verdrängung im 20ten Jahrhundert durch rationale Denkweisen, sowie der von politischen Ideologien geprägten Alphabetisierungsmaßnahmen, konnte sich die chinesische Schrift in Kalligraphieform erfolgreich erwehren.
Die heute gebräuchlichen Formen der Kurzschriftzeichen werden in der Volksrepublik China als Fortschritt empfunden, weil Rückwärtsorientiertes als unmodern gilt. Die Langschrift (alte Schriftzeichen) werden noch in Taiwan und Hong Kong/Kanton verwendet.

Sprachwissenschaftler der drei asiatischen Staaten, China, Japan und Korea haben 2013 nach jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit festgestellt, dass sie noch über 800 Schriftzeichen gemeinsam nutzen.  

Die Beherrschung von Tinte/Tusche, Papier und Pinsel ist eine meditative Herausforderung des konzentrierten Handelns in Raum und Zeit. So ist die Besinnung auf die Kultur der Kalligraphen für einen kleinen Kreis eine Verpflichtung zur Weitergabe dieser alten Künste.
Das kulturelle Erbe der chinesischen Schriftzeichen und Kalligraphien tritt zunehmend wieder in das allgemeine Bewusstsein und erfährt gegenwärtig eine Renaissance. Im Jahr 2010 wurde die chinesische Kalligraphie durch die UNESCO als Welt-Kulturerbe anerkannt.
 
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